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Die Europäische Sumpfschildkröte Emys orbicularis ist von Marokko, Tunesien, über Spanien, Südfrankreich, Italien, Polen, Rumänien, Ungarn, die Balkanhalbinsel, über ganz Anatolien und bis zum Aralsee verbreitet. In Deutschland findet man die Europäische Sumpfschildkröte nur noch in kleinen Populationen in Ostdeutschland. Sumpfschildkröten waren im Mittelalter als „fleischlose“ Fastenspeise sehr beliebt. Sie wurden massenweise auf den Märkten feilgeboten und vermutlich aus Südeuropa importiert. Die Europäische Sumpfschildkröte ernährt sich im Wasser von Schnecken, Wasserinsekten und deren Larven, von Krebstieren, Kaulquappen, toten Fischen und Aas, daneben von div. Wasserpflanzen. Manchmal sucht sie auch an Land nach Beute, die sie aber im Wasser frisst, weil sie nur in der Lage ist, unter Wasser zu schlucken. Lebensraum: Stehende oder langsam fließende Gewässer, Teiche, Gräben und Altarme von Flüssen. In der Nähe müssen sonnige, trockene Sandhügel für die Eiablage vorhanden sein. Gefährdungsursachen: Lebensraumzerstörung durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, Zersiedlung der Landschaft, Zerstörung der Eiablageplätze, Straßenverkehr, ersticken in Fischreusen. Fressfeinde der Eier und Jungtiere: Wildschweine, Füchse, Dachse sowie Krähen, Elstern, Reiher, Hunde, Katzen. Die Maurische Bachschildkröte Mauremys leprosa findet man in Spanien und Portugal noch häufig. Sie bewohnt sowohl Bäche als auch Teiche. Mit etwas Glück kann man tagsüber ganze Populationen beobachten, die sich an den Ufern von Gewässern sonnen. Allerdings sind Maurische Bachschildkröten extrem scheu und flüchten bei der geringsten Störung ins Wasser. Die Griechische Landschildkröte Testudo hermanni ist im europäischen Mittelmeerraum über weite Teile verbreitet. Sie ist ein tagaktives Reptil, ernährt sich von Pflanzen und erreicht ein hohes Alter. Die Zerstörung ihrer Lebensräume und die Haltung als Haustier haben inzwischen ihre Wild-Bestände stark gefährdet. Von der aus Nordamerika stammenden Rotwangen-Schmuckschildkröte Trachemys scripta elegans werden jährlich ca. eine Million Exemplare im Zoohandel verkauft. Infolge unsachgemäßer Haltung und Pflege sterben davon recht bald 95 %. Besonders im Einzugsbereich von Großstädten findet man an stehenden Gewässern viele ausgesetzte oder entlaufene Rotwangen-Schmuckschildkröten, die aber bei uns einen kalten Winter nicht überleben können.

Schildkröten