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Stierquälerei Spanien. Im Jahr 1749 wurde in Spanien die erste Stierkampfarena gebaut. König Philipp V. hatte den Stierkampf verboten, sein Nachfolger Ferdinand VI. erlaubte ihn aber wieder. Für viele Menschen ist Stierkampf eine brutale Tierquälerei, bei der das gequälte Tier keinerlei Überlebenschancen hat und am Ende des 20 Minuten dauernden „Kampfes“ grundsätzlich vom Matador („Stiertöter“) getötet wird. Zu Beginn eines „Kampfes“ testet der Matador mit einem purpurrot/gelben Tuch (Muleta) das individuelle Verhalten des Stieres. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass Stiere auf die Farbe Rot aggressiv reagieren. Wie alle Rinder haben auch die Augen der Stiere keine Zapfen für die Farbe Rot, d. h., sie können diese Farbe nicht sehen. Stiere reagieren also lediglich auf die schnellen Bewegungen, die der Matador mit dem Tuch ausführt. Ursprünglich war dieses Tuch ohnehin weiß. Weil es aber im letzten Drittel des Kampfes mit Blut beschmiert wurde, hat man das Tuch der Farbe des Blutes angepasst. Außer dem Matador sind auch zwei mit großen Lanzen bewaffnete Reiter, die Picadores, in der Arena, die den Stier im Nackenbereich so verwunden, dass aus den tiefen Wunden so viel Blut strömt, dass mancher Stier, ehe er vom Matador getötet wird, bis zum Ende des „Kampfes“ fast verblutet ist und teilnahmslos auf sein Ende wartet. Trotz der vorgeschriebenen Schutzpolsterung werden die Pferde der Picadores von Stierhörnern immer wieder schwer verletzt. Dabei sind Rippenbrüche oder Fleischwunden nicht selten. Im zweiten Teil des Kampfes stechen die sogen. Banderilleros drei Paar mit bunten Bändern/Verzierungen und Widerhaken versehene Spieße (Banderillas) so in den Stiernacken/Rücken, dass sie darin stecken bleiben. Bei jeder Bewegung des Stieres baumeln die Spieße und fügen dem Tier weitere Schmerzen zu. Im letzten Teil des „Kampfes“ sind nur noch der mit einem roten Tuch ausgerüstete und mit einem Degen bewaffnete Matador sowie der zu diesem Zeitpunkt schwer verletzte und vor Schmerzen schreiende Stier in der Arena. Den Qualen des Tieres ein Ende bereitend, sticht ihm der Matador mit dem Degen zwischen den Schulterblättern ins Herz. Der tote Stier wird mit Pferden durch den Sand der Arena geschleppt und gleich außerhalb von einem Metzger mit der Axt in Einzelteile zerlegt. Während des zweistündigen „Kampfes“ müssen sechs Stiere qualvoll sterben. In Spanien ist das Interesse am Stierkampf rückläufig, denn nach einer Umfrage aus dem Jahr 2006 sind 72 % der Befragten nicht mehr daran interessiert. Der Stadtrat von Barcelona hat im April 2004 eine Resolution verabschiedet, in welcher der Stierkampf als „grausame Praxis“ bezeichnet wurde und die Regierung von Katalonien aufgefordert, Stierkämpfe zu verbieten.

Stierquälerei Spanien